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Die letzte Ruhestätte unter Bäumen

Die Reihen- und Wahlgräber auf dem Friedhof haben längst Konkurrenz bekommen. Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, in der Natur unter Bäumen bestattet zu werden. Was sind die Voraussetzungen, welche Anbieter gibt es und was ist mit Grabpflege?

Früher war klar: Wer stirbt, kommt auf den Friedhof, ob im Sarg oder in der Urne. Heute ist das etwas anders. In den letzten Jahren hat sich die Bestattungskultur erheblich gewandelt und die Nachfrage nach Alternativen zum klassischen Friedhof ist deutlich gestiegen. Das liegt unter anderem daran, dass das Leben pluraler und Lebensentwürfe bunter geworden sind. Ein individuell geführtes Leben drückt sich also auch in dem Wunsch nach einer Bestattung aus, die dem eigenen Charakter und den eigenen Vorstellungen entspricht.

Friedhofspflicht auch bei Naturbestattungen

Die Naturbestattung ist eine allgemeine Bezeichnung für verschiedene Bestattungsarten in der freien Natur. Dazu zählen zum Beispiel auch die Seebestattung und allen voran die Wald- bzw. Baumbestattung. Letztere ist die gängigste Form der Naturbestattung und setzt eine Einäscherung voraus. Die Asche des Verstorbenen wird dann in einer biologisch abbaubaren Urne etwa im Wurzelbereich eines Baumes zur letzten Ruhe gebettet.

Anders als beispielsweise in der Schweiz oder in den Niederlanden, wo der gesetzliche Rahmen lockerer ist, ist es in Deutschland nicht möglich, die Asche auch an Gebirgsbächen, Hängen oder Felsen zu verstreuen. Hierzulande gilt die gesetzlich festgelegte Friedhofspflicht. Demnach dürfen Angehörige die Urne auch nicht mit nach Hause nehmen oder im eigenen Garten beisetzen. Mit einer Ausnahme: Seit dem 1. Januar 2015 darf im Bundesland Bremen die Asche unter bestimmten Voraussetzungen auf privaten Grundstücken und ausgewiesenen öffentlichen Flächen verstreut werden.

Bestattungswälder oder Waldfriedhöfe?

Gegenwärtig gibt es weit über 100 Bestattungswälder oder Waldfriedhöfe, in denen eine Baumbestattung möglich ist. Die Anbieter sind Kommunen, die auf klassischen Friedhöfen auch Naturbestattungen unter Bäumen anbieten oder gleich einen ganzen Bestattungswald eröffnen. Außerdem gibt es Angebote von größeren privaten Unternehmen wie FriedWald oder RuheForst.

Grabpflege durch die Natur

Die Natur soll bei einer Waldbestattung möglichst unberührt bleiben. Das bedeutet aber auch, dass – anders als bei einem Grab auf dem Friedhof – eine Gestaltung der Grabstätte durch Blumen, Grabstein und Grabschmuck in der Regel nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Die Grabpflege übernimmt die Natur, während zumindest die Kennzeichnung von Grabstätten üblicherweise durch eine kleine Plakette am Baum erfolgt. Wie bei konventionellen Friedhöfen wird häufig eine Ruhezeit von 20 Jahren gewährt. Eine Umbettung erfolgt normalerweise nur im Falle von Sturm- oder anderweitigen Schäden am Baum, etwa wenn die Urne bei einer Entwurzelung freigelegt wird.

Kosten durch die Wahl der Grabstelle

Bei der Urnenbeisetzung unter Bäumen kann zwischen verschieden Arten von Gräbern gewählt werden. So gibt es beispielsweise Basisplätze, Gemeinschafts-, Familien- oder Partnerbäume. Die größten Kostenunterschiede bei der Bestattung unter Bäumen entstehen tatsächlich durch die Wahl der jeweiligen Grabstelle und seine Lage. Bäume an einer Lichtung, in der Nähe eines Weges oder sehr alte Bäume können teurer sein. Je nach Anbieter sind die Kosten sehr unterschiedlich und beginnen bei wenigen Hundert Euro bis hin zu einigen Tausend. Zu den genauen Kosten im Einzelfall berät Sie der Bestatter Ihres Vertrauens.

Weitere Konzepte der Baumbestattung

Mittlerweile existieren weitere Möglichkeiten für die letzte Ruhe in der Natur. So bietet zum Beispiel RuheForst sogenannte RuheBiotope, in denen eine Beisetzung auch an einer Lichtung oder an Naturelementen wie Sträuchern, Felsen oder Findlingen möglich ist.

Stephanie Tamm

Foto: Pixabay

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